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BEAUTY INSIDER: Im Gespräch mit Nina Skarabela, Gründerin von OZN

11. April 2016

Nachhaltiges Denken und der Anspruch, die Welt ein kleines bisschen weniger giftig zu machen, das hat sich die sympatische Gründerin des Labes OZN Nina Skarabela auf die Fahne geschrieben. Dass damit so etwas wie ein Nagellack gemeint ist, hätte bis vor wenigen Jahren noch keiner von uns gedacht. Doch die coole Superfrau hat genau das in die Tat umgesetzt und zusammen mit ihrem Partner ein cruelty- und toxic-free Nagellack Label entwickelt. Mit viel Liebe zum Detail ist ein schadstofffreier Lack entstanden, der ohne Substanzen und Farbpigmente tierischen Ursprungs auskommt. Auch wird bei der Herstellung auf Tierversuche verzichtet.Außerdem werden beim Entstehungsprozess mit möglichst wenig schädlichen chemischen Inhaltsstoffen gearbeitet, so verzichtet Nina auf Inhaltsstoffe, die im Verdacht sind gesundheitsschädlich zu sein.

OZN ist neben dem Lack von Intensae, der auch ein Greenbeauty Produkt ist, in nur wenigen Wochen zu einem Favorit in meinem Kühlschrank geworden – da horte ich nämlich meine Lacke, damit sie nicht austrocknen.

Weil auch ich es wichtig finde in der heutigen Zeit umzudenken, habe ich Nina zu einem Interview getroffen und ihr meine wichtigsten Fragen gestellt:

Lass uns erstmal kurz über die Fakten sprechen. Wie und wann ist OZN entstanden? Wie bist du auf die Idee gekommen? Und wofür stehen die drei Buchstaben?

Mitte 2014 hat mich ein ehemaliger Geschäftspartner angerufen und irgendwie sind wir ins Plaudern geraten. Er ist Hersteller von Nagellacken, allerdings eher für den Profibereich. Jedenfalls kamen wir bei dem Gespräch auf die Idee, etwas Gemeinsames zu machen. Ich bin ja auch nicht ganz neu in der Beauty Branche. Allerdings war für mich klar, es muss mehr sein als ein ganz normaler Nagellack. Gibt es schließlich en Mass auf dem Markt.
Ich ernähre mich sehr bewusst. Zwar lebe ich nicht streng vegan – dafür liebe ich leider Eier – aber ich esse beispielsweise so gut wie gar keine Fertigprodukte mehr. Ich stelle selber Eis und Karamellbonbons her, backe Kekse und koche Marmelade ein. Auch bei meiner Kosmetik bin ich super anspruchsvoll geworden. Deswegen war schnell klar, vegan muss er sein, der Lack und so schadstoffarm wie eben möglich. Und natürlich cool aussehen. Außerdem produzieren wir in Deutschland und auch unsere Rohstoffe kommen alle von hier.
OZN hat jetzt eigentlich keine tiefere Bedeutung, es ist die Abkürzung für Obiecte Zburatoare Neidentificate, das heißt unbekanntes Flugobjekt auf Rumänisch. Irgendwie passt es ja auch, wenn man eine eigene Firma gründet ist es ja auch immer ein bisschen ein Flug ins Ungewisse.

Wie wichtig ist Beauty für dich?

Dekorative Kosmetik ist mir eigentlich nicht so wichtig, ich verwende kein klassisches Make-Up, nur Puder. Da kaufe ich wenig, aber hochwertig. Bei meiner Pflege achte ich sehr genau auf die Inhaltsstoffe und auch auf die Werte, die eine Firma vertritt. Ich habe auch echt eine schwierige Haut. Sie ist total trocken, das macht es nicht leicht die richtige Pflege zu finden. Außerdem merke ich jetzt schon, ich werde älter #hilfe!. Da kann und will man sich nicht mehr irgendwas ins Gesicht schmieren.

Woher kommt die Obsession zu schön lackierten Fingernägeln?

Gepflegte Hände sind für mich super wichtig. Nagellack fand ich eigentlich schon immer faszinierend und ohne fühle ich mich irgendwie nackt. Eigentlich trifft man mich selten ohne Lack, es ist eben wie ein Accessoire für mich.

Nachhaltige Produkte werden immer mehr zum Thema. Organic Marken schießen wie die Pilze aus dem Boden. Welche vegane Beauty Produkte benutzt du neben OZN?

Ich liebe die Produkte von Clarins und Liz Earle aus England. Da gibt es zwar auch ein paar Cremes, die Bienenwachs oder Honig enthalten aber die muss man ja nicht verwenden, wenn man es ganz vegan möchte. Ich mag einfach die Philosophie der Marken, sie arbeiten nachhaltig und legen Wert auf fair trade. Mit Clarins werden wir zukünftig sogar zusammenarbeiten, da bin ich sehr stolz drauf – dazu gibt es aber dann noch mal ein Update.

Du hast unglaublich viele Farben in deinem Sortiment, sodass wirklich für jeden Nagellack Junkie etwas dabei ist. Wo holst du dir Inspirationen für neue Farben und was sind die Trends für dieses Jahr?

Wenn es um neue Lacke und Farben geht, schaue ich immer, welche Farben mir selber gut gefallen. Natürlich greife ich auch Trends auf, wie die Pantone Colors of the Year, die sind aber dieses Jahr auch besonders schön. Kleiner Tipp: bei der Farbwahl muss man darauf achten, was zur eigenen Hautfarbe und zum eigenen Stil passt. Wenn es um Trends geht, finde ich so absurde Sachen wie Fell auf den Nägeln für ein Shooting oder eine Show sind ganz lustig, natürlich solange es kein echtes Fell ist, aber im echten Leben liebe ich es dann aber doch lieber klassisch.

Erzähl mal: Hast du Tipps für die Haltbarkeit der Farbe?

Grundsätzlich gilt: Nägel müssen vor dem Lack immer gut vorbereitet werden und man braucht Zeit – das wird ja immer irgendwie unterschätzt. Ich schiebe erstmal die Nagelhaut zurück und entfette den Nagel. Dazu nehme ich eine Art Kernseife und ein Bürstchen und rubbel danach auch noch mit dem Handtuch alle Hautreste vom Nagel. Wenn man Unebenheiten hat, kann man mit einem Buffer den Nagel etwas glätten. Ich verwende keinen Unterlack, aber das ist meiner Meinung nach Geschmacksache. Beim Lackieren spare ich nicht mit Lack und lackiere immer zwei Schichten, aber dann dauert das Trocknen etwas länger. Überlack ist ein Muss, ich schwöre auf unseren UV Top Coat ALA, der braucht nur Tageslicht zum aushärten und versiegelt die Farbe optimal.

Außerdem kommt es auch auf die Länge des Nagels an. Ich trage die Nägel gerne etwas kürzer, da sieht der Lack auch nach einer Woche noch top aus. Da man mit kurzen Nägeln den Lack nicht so schnell abstößt.

Muss man bei der Anwendung bestimmter Produkte, Lacke oder Farben von OZN etwas beachten oder kann man gleich drauf los pinseln? 

Nein, man muss nichts beachten, unsere Lacke verhalten sich genau so wie jeder andere Nagellack. Bei unserem Nagellackentferner muss man nur ein kleines bisschen mehr Geduld mitbringen. Der braucht zunächst etwas länger als herkömmliche Entferner, um den Lack anzulösen, dafür macht er aber dann auch richtig super sauber und stinkt nicht.  

Ich habe gesehen du hast mit dem Store Bean kooperiert, dabei ist ein Lack in einem satten Grün entstanden. Wenn du dir eine Marke für eine Zusammenarbeit aussuchen könntest, welche wäre das? Werde ruhig größenwahnsinnig!

Schwierige Frage. Es gibt so viele tolle Marken und Shops. Aber wenn ich jetzt einen Wunsch frei hätte dann würde ich gerne mal mit Fashion Brands wie THE ROW oder CARVEN arbeiten.

2016 ist bei dir aufregend gestartet, du hat dein Label noch mal umbenannt. Was sind deine Pläne für OZN für dieses Jahr und sind Besonderheiten geplant?

Ja, wir haben uns noch mal umbenannt Anfang des Jahres, IAM war so austauschbar, OZN ist nicht mehr so gefällig, das mag ich lieber. Es sind viele schöne Kooperationen in Arbeit gerade, da freue ich mich sehr drauf und das Jahr hat ja auch erst angefangen. Da passiert bestimmt noch einiges!

Und last but not least: Rote Nägel oder rote Lippen?

DEFINITIV BEIDES!! Ich liebe rote Lippen! Und rote Nägel natürlich auch.

Liebe Nina, danke dir für das Interview. Ich bin schon sehr gespannt auf deine neuen Projekte mit OZN, halte uns auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Pics: OZN

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2 Comments

  • Reply Nails: Hello my Dear. Veganer Nagellack von OZN | bare minds 2. Mai 2016 at 6:09

    […] Marke hatte ich euch bereits in einem Interview mit der coolen Münchnerin Nina vorgestellt. Vor ein paar Wochen launchte sie ihre neuen […]

  • Reply BEAUTY INSIDER: Im Gespräch mit Claire Ralson, Gründerin von Merme Berlin | bare minds 4. September 2017 at 10:34

    […] ich nicht nur bei meinen Liebsten gerne im Bad rum, sondern knöpfe mir hin und wieder auch den einen oder anderen Profi aus der Kosmetikindustrie vor. Ist ja klar, da steckt ganz besonders viel […]

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