Ich habe Angst vor Friseuren, manchmal sogar so sehr wie anderen Menschen vor Zahnärzten. Sie machen nämlich immer das, was man nicht will. Höchstwahrscheinlich sprechen sie einfach eine ganz andere Sprache als ich. So verlasse ich eigentlich immer einen Friseursalon mit einem nicht besonders glücklichem „Naja, das wächst wieder raus“. Gut, es mag sein, dass ich nicht die einfachste Kundin auf der Erden bin, aber ich bin auch nicht die Komplizierteste. Ich will eigentlich nur eine herrlich gesund glänzende von der Sonne geküsste Mähne: geht eigentlich was den Wunsch angeht, oder? Und da ich mich damit abgefunden habe, dass mich kein Friseur glücklich machen kann, hatte ich keine besonderen Ansprüche als Aveda vor ein paar Wochen zum Love Your Colour Event in den Lifestyle Salon & Spa am Kurfürstendamm einlud.

Ich erwarte also nicht besonders viel als ich die Aveda Academy im 4.Obergeschoss betrat, schon gar nicht nach dem letzten Friseurmaleur im Dezember. Stattdessen flüstere ich mir selber zu: schlimmer geht’s nimmer. Ja, der letzte Figaro hat mir in mein aschblondes Haar blonde Balken gesträhnt.Stattdessen begrüßte mich Bastian Casaretto , der wohl möglich entspannteste und sympathischste Coiffeur in ganz Berlin. Über 20 Jahre ist er bereits in dem Job und liebt ihn wie seit Tag eins. Seit 2008 ist er Artistic Director bei Aveda und hat als Friseur das Handwerk von der Pike auf gelernt. Er schneidet und styled die Haare im Hause Aveda, außerdem gibt er Seminare und bildet Friseure auf der ganzen Welt weiter. Nun saß ich auf seinem Stuhl. Übrigens hat er bereits mit 11 Jahren im Salon seines Vaters als Schampooboy Friseurluft geschnuppert und so seine Leidenschaft zu Haaren entdeckt.

Auf dem Stuhl angekommen analysierte Bastian erst meine Haare und checkte meine Wünsche. Mehr Glanz? Feuchtigkeit? Kein Frizz? Longbob? Zuvor kündete ich noch viel Mut und einen dicken Ansatz an, aber als es ans Eingemacht ging, rutschte mir das Herz in die Hose und nur noch der dicke Ansatz blieb zurück. Vielleicht bleiben wir doch bei der langen Mähne?

Bevor aber geschnitten wurde, wurde erst gestrichen. Und so klatsche Bastian nach der Analyse mit Christian Engel, dem Color Artistic Director ab. Christian brachte erstmal einen Pinsel, Folie und ein wenig Farbe mit. „Bitte etwas kühler und weniger gülden“, war mein Wunsch. Am liebsten wäre Supercolorprofi Christian aber wahrscheinlich erstmal davon gerannt. „Du musst deiner schönen Haarfarbe mehr Raum lassen“, sagte er. Eigentlich wollte der Gute mir Balayage ins Haar pinseln, aber das mussten wir auf irgendwann mal vertagen, stattdessen beschlossen wir das Chaos erstmal zu beseitigen und meine Haare zuretten. Der Plan: wir machen sehr, sehr, sehr, sehr feine Strähnchen, die trotz kühlem Blond minimal dunkler sind als das restliche Haar, um so irgendwann back to nature zugehen und nur mit hellen Farbreflexen zu arbeiten. Wer mich kennt, weiß, dass ich diesen Versuch bereits vor Jahren gestartet hatte und kläglich versagt habe, wie man sieht.

Fast 1,5 Stunden trennte Christian, der ganz ohne vorherige Friseurausbildung direkt das Handwerk des Farbspezialisten erlernte, ganz feine Strähnen und bestrich sie mit einem kühlen Blondton. Dabei setzte er die Folien nicht wie üblich im 90 sondern im 45 Grad Winkel zu meinem Mittelscheitel. So werden die Strähnen nicht sichtbar, trotz aufhellender Farbveränderung. Gefärbt wurde übrigens mit Farbe aus der Full Spectrum Serie von Aveda.Die lang anhaltende Farbformulierungen sind aus bist zu 99% natürlich gewonnenen Inhaltsstoffen, die auch auf Pflanzenbasis beruhen und nicht aus erdölbasierten Mineralien und Wasser. So wird das Haar bereits während der Farbbehandlung intensiv gepflegt und bekommt zu dem einen genialen Glanz.

Nach 90 Minuten Stillsitzten hieß es für mich ab in den Aveda Waschsalon. Ein Farbfinish machte das Haar wie gewünscht skandinavischer und eine extra Portion Pflege das strapaziertes Haar geschmeidiger.

Nun zurück zum Figaro und seiner Schere: alten vom Spliss geplagten Spitzen ging es nun an den Kragen. Ganze 3 Zentimeter fielen. Leichte Stufen wurden in den hinteren Bereich geschnitten, um dem Haar Leichtigkeit zu geben. So kommen auch meine Hippie-Wellen besser raus und die hinteren Haare fallen nicht einfach schwer auf den Rücken. Während Bastian sein Werkzeug schwang hatte ich endlich Zeit dem Profi ein paar Fragen zu stellen:

Wie bekommt man schönes und gesundes Haar?

Pflege. Sind die Haare nicht gut gepflegt, sitzt das Styling nicht oder hält nicht so lange. Man braucht also ein auf das Haar angepasstest Pflegesystem. Jeder Haartyp ist unterschiedlich und braucht eine andere Kombination von Pflegeprodukten. Wichtig ist zum Beispiel, dass man nach jedem Shampoonieren einen Conditioner verwendet, der neutralisiert das Haar und schließt die Schuppenschicht.

Wie bekomme ich ganz ohne meine Haare zu strapazieren meinen leibsten Hippie-Wave-Look?

Ganz einfach, du brauchst nicht mal Lockenstab oder Glätteisen dafür. Trockne die Haare mit dem Föhn erstmal an, ganz einfach nur mit den Fingern und drehe dann hinter den Ohren jeweils eine Schnecke ein. Jetzt nur noch auskühlen lassen uns fertig ist der Wave-Look.

Wie sieht es mit Trends aus? Was ist gerade angesagt und was nicht?

Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Strömungen die man aufgreifen kann außerdem muss man immer schauen wen hat man vor sich sitzen und welcher Style passt zu der Person, dem Gesicht und nicht zu vergessen dem gesamten Look. Die Frisur muss zum Look der Person passen. Die Friseure müssen besser zuhören und auch den Kunden wahrnehmen.

Ein ganz großer Trend ist der Buzzcut, also ultrakurz geschorene Haare. Buzzcuts waren schon einmal in den Neunzigern absolut gefragt – das ist eine kleine Bewegung gegen den Victoria Secret Look. Vielfältigkeit und Natürlichkeit ist ein sehr wichtiges Thema. Heute muss sich das Haar bewegen, man muss damit spielen können.

Zurück zu meinem Haar: Ich will keinen Buzzcut, auch wenn es noch so trendy ist. Ich will glänzende Wellen, los. Föhnen ist übrigens der spannendste Moment – Farbe und Frisur entfalten sich im trockenem Zustand. Und so pustete, föhnte und drehte Bastian mir die Haare zu einer Traummähne mit romantischem Drama.

Fragt mich nicht wie, aber die beiden Herren von Aveda haben an dem Abend geschafft, dass ich glücklich den Aveda-Palast verließ und noch heute fast 4 Wochen später weiß, wohin mich mein nächster Frisörbesuch treiben wird – nämlich in einen Aveda Salon. Obendrauf gab es auch noch eine neue Ladung Shampoo und Conditioner. Danke liebstes Aveda-Team für diese wunderbare Erfahrung, ich komme wieder.

Pics: bare minds, PR

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