BARE PLACES

So war’s: Design-Liebe in Leipzig

2. November 2016

Wenn Designer, Spezialisten und Kreative ihre gesamtes Gehirn auskippen und alle Erfahrungen zusammenbringen, dann können dabei eigentlich nur Produkte herauskommen, die einiges auf dem Kasten haben.

Cooles Packaging, eine auf den Punkt gebrauchte Kampagne oder aber auch die Innovation an sich – es gibt Trilliarden Möglichkeiten, doch nur ein Weg führt aus der Idee, vom Papier in das Regal. Das Design. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich progressive Produkte und deren Verpackung liebe – schließlich soll es im Badregal auch hübsch anzusehen sein. Und genau aus diesem Grund und weil es gut ist, über den Tellerrand zu schauen, verschlug es mich vor ein paar Tagen auf Einladung von kiss&tell und so geht sächsisch auf die Designers’ Open nach Leipzig, der internationalen Designausstellung mit Kommunikationsforum und Marktplatz der Branche. Nicht seit gestern ist die Stadt bekannt für ihre kreativen Strömungen, denn kultureller Hochgenuss und aufblühenden Trends, was diverse wunderbare Kunst und Kulturfestivals beweisen.

Also bin ich nach Leipzig gedüst, um mich inspirieren zu lassen und ich sag’s euch, da ist einiges dabei rumgekommen, dazu aber bald mehr. Irgendwann bin ich da: Stimmungsmäßig erst mal auf dem Nulllevel, nach einer wirklich nicht gerade einfachen Zugfahrt und einem Klamotten-Change und Fresh-up in der ICE Toilette – aber hey, ich hab’s geschafft mich in einer ein Quadratmeter großen Box komplett umzuziehen und etwas Rouge aufzulegen, ohne mit nackter Haut irgendwas von dem Inventar zu berühren – kam ich im kreativen Leipzig und auf den Designers‘ Open an.

Eine vollgepackte aber schöne Messehalle mit über 250 Ausstellern, darunter junge und aufstrebende Labels aus den Bereichen Fashion & Accessoires, Interior, Beauty und Architektur teilweise mit der „See now, Buy now“ Ausrichtung und einige Offsite Spots warteten auf ein internationales Publikum und natürlich meine Wenigkeit.

Während man sich also noch vor einem Jahr bloß die Highlights der Kreativschaffenden und Labels begutachten konnte, gibt es jetzt bereits zum zweiten Mal einen Platz für Blogger und online Medienschaffende, die das Geschehen übers Netz in die Welt tragen.

Was das bedeutet? Die Invitee erreichte mich von den herzallerliebsten kiss&tell Blog-Ladies, die für besagtes Design Festival ein Tandem Projekt kreiert haben. Franzi von kiss&tell und ich waren schon mal Büronachbarinnen und daher freute mich die Einladung um so mehr. Ihr Konzept: Blogger aus Leipzig zeigen nationalen und internationalen Bloggern ihre Stadt und die Kreativszene – mit Store- und Shopping-Spots, Food-Locations, Galerie- und Messebesuchen. Gelungene Idee, denn ohne den lieben Girls von Veronique Sophie, Leipzig Leben, Nhi Le, Kleidermädchen, Mary Kotter und Madlen Boheme, die auch zur Truppe gehörten, wäre es für mich als Orientierungslose ganz schön öde gewesen. Wir hatten so viel Spaß und werden ganz bestimmt beim nächsten Event wieder die Köpfe zusammenstecken. Unsere Tour machten wir über das riesige Gelände der alten Spinnerei und entdeckten unzählige Galerien, in denen Künstler aller Art ihre Werke ausstellten. Man hätte dort locker einen ganzen Tag verbringen können.

Absolute Liebe gab es auf dem kiss&tell Community Stand, die auf ihrer Fläche Local Heroes wie Stadtelster oder auch Labels aus anderen Städten wie VIU Eyewear und einige andere präsentierten. Ich liebe Schmuck, hatte ich ja bereits einige Male erwähnt und habe mich daher sofort und beim ersten Anblick in die Kreationen verliebt. Jessica, der Kreativkopf hinter dem Jewelry Label ist ein wahres Talent und designt nur Einzelstücke und Kleinserien aus Gold und Silber.

Fazit: „Must see“ auch für Beauty-Addicts, die sich auch ein wenig mit Ästhetik beschäftigen – jawohl, man wird da ordentlich inspiriert – aber auch für alle Design-begeisterte und die, die es werden wollen.

Bilder: bare minds, Gina Marry

– In Zusammenarbeit mit Designers‘ Open –

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3 Comments

  • Reply Gerd Kirchner 2. November 2016 at 10:29

    Da Ausstellerflächen auf der Designer´s Open auch Geld kosten, bleibt die Frage neben aller Inspiration für den meist interessierten Ur-Leipziger, rechnete es sich auch für die Designer, an diesem Event teilgenommen zu haben ?
    Wir probierten es im vergangenen Jahr mit unseren Schmuck-Unikaten: http://www.lavesta.de erstmals auf der Designer´s Open, trafen kein internationales Publikum und erfuhren auch von unseren Mitausstellern, das das Gefühl bestand, die Designer´s Open ist eine berufsbildende Orientierungs-Show, auf der man völlig unerwartet auch einmal einen „Kunden“ vor sich sieht.
    Jeder darf mit seiner Teilnahme an dieser Designer´s Open dem Laien seine Sichtweise von Design vortragen, ob gut oder geschmacklich bedenklich, handwerklich perfekt oder einfach nur kurios bleibt jedem überlassen.
    Das dieses umrahmt wird von einigen studentischen Abschlußarbeiten seitens weniger Schulen, steigert nicht wirklich den Anspruch, das auf der Designer´s Open beispielhaftes Design offeriert wird.

    Unserer Nachfrage entsprechend, liefen Getränke und Imbiss auf der Designer´s Open am Umsatz-Stärksten, gefolgt von einem Fachverlag für Design-Fachliteratur und den Anbietern industriell gefertigter Leuchten und Wohnzubehör-Krims-Krams, die keinesfalls in Deutschland gefertigt wurden, dafür aber echt billig waren.

    Welchen Anspruch hat die Designer´s Open als Messe für kommende Jahre ? Oder fehlt selbst da die Inspiration ?

    • Reply Elina 4. November 2016 at 17:17

      Das ist ja eigentlich wie mit allen Messen. Als Aussteller findet man immer Optimierungsbedarf. Die Frage ist was man auf einer Messe als Marke will. Vertrieb ausbauen? Marketing betreiben und damit die Bekanntheit und Sichtbarkeit pushen oder den Abverkauf steigern. Da ich nicht als Aussteller auf der Messe war, sondern als Besucher und mir, wie gesagt auch die Offsite Spots angesehen habe, kann ich leider nicht beurteilen wie international es an allen Tagen auf dem Messegelände zu ging. Allerdings habe ich Besucher aus Dänemark,anderen europäischen Ländern und sogar Asien getroffen.
      Und ich denke es ist nicht falsch auch jungen Menschen, die gerade vor ihrem kreativen Abschluss stehen, eine Plattform zu bietet. Denn das sind ja die Nachkommen. Ich verstehe aber auch dass dies zu Frustration der Aussteller führt, die wirklich ihr Business ankurbeln und vorantreiben wollen und es ist auch wichtig gewisse Themenbereiche zu diskutieren.
      Ich hoffe natürlich, dass ihr Besuch im letzten Jahr trotzdem eine Hilfe für ihr Schmucklabel war, auch wenn es nur um die Erfahrung ging.

      • Reply Gerd Kirchner 4. November 2016 at 20:43

        Was will man auf einer Messe als Marke; – genau das, was Sie danach ganz richtig formulieren:
        Vertrieb ausbauen, Marketing betreiben….(, ansonsten reicht ein Stand auf einem Wochenmarkt auch !).
        Nun ist nicht jede Messe dafür geeignet; – aber das merkt man erst später.
        Einen Unterschied gibt es hierbei schon: Einige Messen bringen Vertriebsmöglichkeiten (zum Beispiel Wiederverkäufer…)
        und viele auch die Stärkung des Bekanntheitsgrades, und ganz nebenbei auch Umsatz; – andere halt nicht.
        Somit ist unsere Sicht auf die Designer´s Open „Sichtbarkeit“ für ein sehr kleines lokales Leipziger Publikum mit keiner nachhaltigen Resonanz und einem doch recht eingeschränktem Kaufinteresse; – jedoch hat mit dieser Messe diesem Publikum das Wochenende zur Kurzweil gedient, – und das ist auch gut so, wenn man nicht gerade etwas anderes vor hatte, als Rentner oder Schüler, – denn das waren die dominierenden Altersvertretungen. Und daß sich darunter auch einige Touristen mischen, können wir von der Designer´s-Open-Beteiligung 2015 durch aus auch bestätigen.

        Ganz kurz angemerkt: Erwartungen, die seitens der Aussteller bei einer Messebeteiligung nicht erfüllt werden, sind keine Frustration, sondern nur Erkenntnisse , die in der Folge Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit einer erneuten Beteiligung bieten. Also: – ein ganz normaler Lernprozeß; – und dabei ist es egal, ob die Aussteller jung oder alt sind. In jedem Fall stellt sich die Frage für jeden Aussteller, ob es den Aufwand, bei einer solchen Messe wiederholend dabei zu sein, lohnt.

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