Ihr wisst, wenn es um das Badezimmer meiner Freundinnen oder anderer Frauen geht, habe ich voyeuristischen Züge. Dabei schnüffle ich nicht nur bei meinen Liebsten gerne im Bad rum, sondern knöpfe mir hin und wieder auch den einen oder anderen Profi aus der Kosmetikindustrie vor. Ist ja klar, da steckt ganz besonders viel Know-how dahinter, und dass man dabei zu Neuanschaffungen inspiriert wird, ist wahrlich kein Wunder. Neulich erst brachte mich ein Label mit seiner minimalistischen INCI-Liste dazu ein mal mehr die Rückseite der Kosmetikdöschen zu betrachten.

Auch die smarte Claire Ralson hat für sich die 1-Ingredient Philosophy entdeckt und gründete darauf hin das Berliner Kosmetik-Label Merme. Für Merme und ihre Produkte nutzt Claire nämlich die Kraft natürlicher, ungefilterter und kaltgepresster Öle. Die gesamte Range besteht aus sehr überschaubaren Inhaltsstoffen –  nämlich jeweils nur einem einzigen. Und weil ich meine Neugierde nicht verbergen kann, habe ich mich mit Claire auf einen Plausch getroffen, ihr ihre Schönheitsgeheimnisse entlockt und mir die Entstehungsgeschichte von Merme erzählen lassen, aber lest einfach selbst:

Liebe Claire, lass uns erstmal kurz über die Fakten sprechen. Stellt dich doch mal kurz vor und erzähl bisschen was von dir.

Ich habe mir 2014 ein one way ticket von Australien nach Paris gekauft. Auf der Strecke hatte ich einen 10-tägigen Zwischenstopp für einen Modeljob in Berlin und blieb schließlich für immer. Ich habe es nie nach Paris geschafft, seitdem ist Berliner meine Heimat. Irgendwie wollte ich schon immer nach Berlin und jetzt bin ich hier, habe Merme und die besten Freunde.

In Australien habe ich an der Australian College of Natural Beauty studiert, da habe ich das erste Mal Berührungen mit natürlicher und non-clinal Kosmetik gehabt.

Ungefähr zur gleich Zeit habe ich damals bei einem Shooting von einer Make-up Artist ein kleines Fläschchen Rosehip Öl bekommen, da meine Haut von einem aggressiven Beauty-Produkt komplett ausgerastet ist. Schon nach dem ersten Versuch war ich überrascht von der Wirkung. Als ich nach Berlin kam, hatte ich nur eine winzige Flasche davon dabei, weil ich dachte, man bekomme es hier überall und auch in dieser hochwertigen Qualität. Leider sind reine Öle hier in Deutschland super teuer, also habe ich angefangen zu recherchieren und bin auf einen Lieferanten gestoßen, der aber nur Firmen belieferte. Das hat mich dazu gebracht, eine Firma zu gründen. So ist Merme entstanden.

Erzähl uns zum Start drei random Beauty-Facts über dich.

1. Ich bin verrückt nach Ölen und Fetten. Sie sind ein fester Bestandteil meiner Schönheitsroutine.

Ich schmiere sie mir aber nicht nur auf die Haut, ich habe sie auch in meine Ernährung eingebaut. Zum Beispiel starte ich in den Tag mit einem Löffel Kokosöl, esse auch jeden Tag Avocado und

rohe, ungesalzene Nüsse. Das wirkt sich auch auf mein Haarwachstum aus.

2. Meine Haut ist extrem empfindlich. Das ist auch der Hauptgrund, warum es Merme gibt und warum die Produkte nur aus einer einzigen Zutat bestehen. So habe ich auch rausbekommen, was am besten für meine Haut funktioniert. Ich würde jedem raten, der eine empfindliche Haut hat, sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren, so kann man herausfinden, auf welche Stoffe man allergisch reagiert.

3. Und ich kann ohne fake Tan nicht leben.

Was ist deine Definition von Schönheit?

Wir sind in Australier ein wenig verrückt nach gebräunter Haut und welligem ombre Hair. Ich bin in Queensland, dem ’The Sunshine State’ aufgewachsen, da sind wir viel draußen und verbringen viel Zeit in der Sonne, aber ich habe mich nie absichtlich gebräunt.

Nur manchmal ist dieser “natürliche Look” viel aufwendiger als anspruchsvolles Make-ups. Mir ist aber auch meine Ernährung und der Sport total wichtig, das alles zusammen ergibt eine schöne Haut.

Auf was achtest Du beim Kauf von Kosmetik Produkten?

Ich achte wirklich streng darauf, dass die Produkte keine Duftstoffe enthalten und schön ist auch, wenn sie vegan sind, eben wie Merme.

Mir gefallen deine Haare sehr – die Farbe und die leichten Wellen. Wie pflegst du deine Haare?

Danke Elina! Es ist lustig, dass du das sagst, ich schau mir immer deine Artikel an und bin verliebt in dein dickes und glänzendes Haar. Um ehrlich zu sein, hatte ich hier in Berlin eine blöde Erfahrung mit einem Friseur gemacht. Das war zu der Zeit, als mein Deutsch nicht gut genug war, um zu kommunizieren, was ich wollte. Aktuell gehe ich ganz behutsam mit meiner Mähne vor, verzichte auf Stylingprodukte und Hitze. Ich lasse es an der Luft trocknen. In die Spitzen kommt nur etwas vom Revitalizing Hair Treatment von Merme, danach flechte ich es zu einem Zopf und lasse es trockenen. Ich schlafe sogar jeden Tag mit einem Zopf, das macht ganz natürliche Wellen. Das ist perfekt für beschädigtes Haar, man braucht nicht mal einen Lockenstab. Und ich benutze immer eine Haarbürste von Hairdreams, die ist für Haarverlängerungen konzipiert und entwirrt daher ganz sanft Knoten. Außerdem mache ich wöchentlich ein Argan Oil Treatment mit meinem Haaröl, dadurch wird es super glänzend. Man muss nach der Kur nur die Haare zweimal shampoonieren, weil das Öl sehr reichhaltig ist.

Farbe oder Natur pur und warum?

Wie gesagt, ich liebe die ombre Hair oder Balayage. Weil das eben der natürlichste Look ist, wenn man viel in der Sonne ist. In Deutschland muss ich den „sunshine look” faken.

Hast du eine besondere Obsession?

Öle, Öle, Öle. Merme hat offensichtlich diese Besessenheit ausgelöst, aber ich hatte früher auch schon immer ein Öl für jeden Zweck. Öle sind das natürlichste und beste Produkt, das Menschen benutzen können. Meine Großmutter Merme, übrigens daher kommt der Name des Labels, zeigte mir damals, als ich Pickel hatte, welche positiven Eigenschaften das Teebaumöl hat. Es wird auch von Merme eine Anti-Pickel Öl geben, ich teste mich aber noch durch die Qualitäten.

Abgesehen davon liebe ich Highlighter. Wenn ich meine Wohnung verlasse, checke ich vorher im Spiegel, ob ich es nicht übertrieben habe.

Mit welchen Produkten startest du den Tag an?

Am Morgen ist mir die Pflege meiner Haut wichtig. Ich schlafe oft mit eingeschalteter Heizung, weil ich immer friere, deswegen trocknet meine Haut schnell aus. Also reibe ich meinen Körper mit der Nourishing Body Remedy von Merme ein und besonders dort, wo ich Dehnungsstreifen habe. Durch das enthaltene Vitamin E verblasst das Körperöl sie. Weil wir mit Trockenölen arbeiten, zieht das Öl schnell in die Haut ein, sodass man sich auch gleich anziehen kann.

Im Gesicht starte ich mit einem Tropfen Facial Beauty Elixir von Merme, das mische ich einfach in meine Foundation oder einen Gesichtsbräuner. Im Winter nutze ich einen Cream Tanner wie Oy! Soft Glow Gradual Tan und im Sommer liebe ich den ECO von Sonya Tan Toner.

Auf Mascara verzichte ich, außer am Wochenende oder an wichtigen Tagen. Für die nötige Frische sorgt dann der Blush von Nude by Nature.

Manchmal tupfe ich mir auch etwas Lipstain auf die Lippen. Body Shop hat da ein tolles Produkt, das ich seit Jahren benutzte. Man muss es nur zweimal am Tag auffrischen. Und ich verwende gerne einen weißen oder cremefarbenen Kajalstift über der Oberlippe, das macht sie etwas voluminöser.

Mit welchen Produkten beendest du den Tag?

Wieder mit Nourishing Body Remedy von Merme, allerdings um mein Make-up zu entfernen, danach kommt ein Tropfen Facial Beauty Elixir ins Gesicht und etwas Revitalizing Hair Treatment in die Haarspitzen.

Hast du einen absoluten Beauty-Geheimtipp, den du weiter geben möchtest?

Alle fünf Wochen lasse ich mir einen halben Zentimeter meiner Haare abschneiden, das macht so viel aus, wenn man geschädigte Haare loswerden will. Man muss nur einen Friseur finden, der das macht und nicht gleich die komplette Mähne raspelkurz schneidet. Außerdem habe ich festgestellt, dass ein geflochtener Zopf die beste Möglichkeit ist, um kaputte Haare zu kaschieren.

Was meinst du, welchen Beauty-Trend sollten wir mitmachen und welchen sein lassen?

Mitmachen: Definitiv beim Highlighting und Strobing, das ist die beste Art das Gesicht zu definieren.

Und welchen Beauty-Trend hast du mitgemacht und bereut?

Ohh mein Gott, es gibt viele, aber die meisten davon hatte ich als Jugendliche bereits hinter mir. Zum Beispiel fake Lashes waren mein Ding und bisschen zu viel fake Tan.

Und was ist deine Lieblings-Look?

Ich liebe das Hair und Make-up bei den Victoria’s Secret Shows. Göttlich!

Nachhaltige Produkte werden immer mehr zum Thema. Organic-Marken schießen wie die Pilze aus dem Boden. Welche Greenbeauty oder vegane Beauty-Produkte benutzt du?

Sie sind überall und ich liebe es. Es ist einfach schön zu sehen, dass die Nachfrage da ist und unser Bewusstsein geschärft wird. Zum Beispiel gibt es mittlerweile tolle vegane Nail Polishes die genauso gut performen wie konventionelle Kosmetik.

Beste und günstigste Beauty-Errungenschaft?

Kokosöl, es ist nur leider etwas zu fettig, aber günstig und gut.

Rote Nägel oder rote Lippen?

Nägel – mit einem super glänzenden Top Coat.

Merci liebe Claire für dieses schöne Interview! 

Jetzt seid ihr dran! Sagt mir doch, von wem wollt ihr unbedingt mehr über die Beauty-Routine erfahren, wem sollen wir Löcher in den Bauch fragen und von wem sollen wir mehr über die Haarpflege oder Schminklieblinge erfahren? Ich bin ganz gespannt auf eure Ideen.

Photo credit: BARE MINDS & Merme Instagram

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