BEAUTY INTERVIEWS

Dropped Knowledge: Nagellack Hacks von Nina Skarabela, Gründerin des Labels OZN

27. September 2017

Mal angenommen ihr habt Fragen, wie man dieses oder jenes kosmetische Produkt am besten anwendet. Vielleicht habt ihr euch ein neues Serum zugelegt, habt aber keinen blassen Schimmer, ob die darin enthaltenen aktiven Stoffe sich zusammen mit den Wirksubstanzen eures Toners vertragen. Vielleicht lackiert ihr euch zum aller ersten Mal die Nägel oder drückt einen Pickel aus – soll’s geben. Oder eure blondierte Mähne raubt euch den letzten Nerv und ist kurz davor die Liaison zwischen euch zu beenden? Dann, ja dann seid ihr hier an der richtigen Adresse. Wir Fragen Experten wie kann man es richtig machen?  Für die erste „DROPPED KNOWLEDGE“ Ausgabe haben wir Nagellack-Expertin und Gründerin des Labels OZN Nina Skarabela gefragt:

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Was muss man beim Lackieren der Nägel beachten, um einen schönen Farbauftrag zu bekommen? Und wie vermeidet man kleine Blässchen. Und danach? Wie lagert man Nagellack am besten?

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Nagellack ist tatsächlich die Diva unter den Beauty-Produkten, mit ein paar Insider-Tricks gelingt aber ein perfekter Auftrag. Zum Beispiel muss erstmal die Basis dafür geschaffen werden. Ich empfehle immer die Nägel vor dem Lackieren gründlich zu reinigen. Am besten mit einer Nagelbürste und einer Seife, die nicht rückfettend ist. Anschließen die Nägel gut mit einem Handtuch trocken rubbelnd. Das entfernt gleichzeitig Hautschüppchen am Nagelbett. Ich reinige nie mit Desinfektionsmittel oder Nagellackentferner. Der darin enthaltene Alkohol oder irgendein anderer Inhaltsstoffe kann mit dem Nagellack reagieren, sodass der Lack Schwierigkeiten hat ordentlich zu haften. Es lohnt sich auch zu warten, bis die Nägel wirklich durchgetrocknet sind. Da sie im nassen Zustand aufquellen und der Lack zu früh absplittern kann.

Der Auftrag.

Unterlack ist essenziell, so verfärben die Nägel auf der einen Seite nicht und man schafft damit eine optimale Basis. Wichtig ist auch, dass der Lack immer so dick wie nötig und so dünn wie möglich aufgetragen wird – allerdings gilt: je dünner desto besser. Gut durchtrocknen lassen, dann eine zweite dünne Schicht auftragen. Wieder warten und mit einem Überlack versiegeln.

Die Trockenzeit.

Absurde Experimente mit Eiswürfeln oder Fön, um die Trockenzeit des Lackes zu beschleunigen, funktionieren leider nicht! Im Gegenteil, der Lack muss gleichmäßig durchtrocknen, das tut er nur dann wenn das darin enthaltene Lösungsmittel verdunstet. Wenn man nun mit einem Fön auf die Farbe pusten, trocknet zwar die oberste Schicht schneller an und versiegelt die Oberfläche, aber die darunter bleibt weich. Der Trockenvorgang dauert also unterm Strich länger und der Lack kann schneller brechen und absplittern.

Soweit mal die Theorie! In der Praxis zeigt sich einfach immer wieder, Nagellack ist die Diva unter den Beauty-Produkten und es kommt darauf an, wie gut man damit umgehen kann. Jeder Lack ist anders und unterscheidet sich von der Konsistenz und von der Pigmentierung. Wie lange ein Lack hält und wie toll das Ergebnis aussieht, hängt ganz oft davon ab, ob ich den Lack „kenne“ und weiß in welchem Zustand er am besten performt.(Trockenzeiten, Dicke der Schichten usw.) Da hilft dann einfach nur ausprobieren, bis man den richtigen Weg für sich gefunden hat.

Die Ursache für Blässchen.

Die häufigste Ursache für Blässchen sind meiner Meinung nach Rückstände von Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln auf den Nägeln. Die chemische Reaktion mit dem Nagellack führt sofort zu Blasen. Auch die Kombination unterschiedlicher Hersteller kann wunderbar funktionieren, aber auch zu Problemen führen, wenn Inhaltsstoffe auf einander treffen, die miteinander reagieren. Da hilft dann nur ein bisschen rumprobieren, bis man für sich die optimale Kombi gefunden hat. Ebenso kann es zu Blasen kommen, wenn zu schnell und zu dicke Schichten auflackiert werden. Oder der Lack und die Umgebung zu warm sind. Eben all das, was man ohnehin vermeiden sollte, damit der Lack schön lange hält und super aussieht.

Die Lagersituation. 

Generell sollten Lacke im Stehen an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur gelagert werden. Zu warm mögen sie nicht und zu kalt auch nicht. Also bitte niemals in den Kühlschrank stellen, das macht den Lack zäh! Aber im Sommer ist es natürlich oft in der ganzen Wohnung ziemlich warm und somit erwärmt sich auch der Nagellack. Da darf man ihn vor dem Lackieren schon mal kurz zum Abkühlen im Kühlschrank parken. Zum Lackieren unbedingt in der Wohnung bleiben und nicht auf den Balkon in die Sonne gehen, die Wärme und die direkte Sonneneinstrahlung lassen die Lösungsmittel viel zu schnell verdampfen und der Lack wird sofort dick.

Bilder: Powder Paper / OZN_Vegan

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4 Comments

  • Reply LindaLibraLoca 28. September 2017 at 11:33

    Nagellack, ja. Das schwierigste ist mit kleinen Kindern, die Zeit zu finden, den Lack trocknen zu lassen. Wann auch immer man denkt, man hat zwei Minuten, kommt ein Kind und will auf den Schoß, aufs Klo, was auch immer.
    Also muss es abends sein, und rechtzeitig vor dem ins Bett gehen, denn sonst hat man Bettwäsche-Abdrücke drauf…

    Linda, Libra, Loca: Beauty, Baby and Backpacking

    • Reply Elina 28. September 2017 at 12:04

      Liebe Linda,

      ich muss zugeben, ich bin sehr ungeduldig und habe auch fast immer auf meinem Lack entweder das Bettwäsche-Muster oder andere Macken. Ist halt doch immer sehr aufwendig, aber mittlerweile mache ich es während der Arbeit: Beim Tippen, muss ich zum Glück nicht andere Bewegungen mit den Händen machen, sodass der Lack Schritt für Schritt aushärten kann.

      xx

      Elina

      • Reply Nicole 1. Oktober 2017 at 8:11

        Liebe Elina, wenn man Kinder hat, hat das nichts mit Ungeduld zu tun, weil der ‚Störfaktor‘ von außen kommt. Und leider hat nicht jeder den Luxus daheim am Computer zu arbeiten – der Großteil der Jobs sieht Nägel lackieren während der Arbeit nicht vor..

        • Reply Elina 1. Oktober 2017 at 19:12

          Liebe Nicole,

          ich verstehe das ganz gut, dass wenn man Kinder hat, das Nägel lackierten nichts mit Ungeduld zu tun. Ich habe mich hier bei der Antwort an Linda nicht auf die Kinder als Störfaktor bezogen, sondern auf die Abdrücke von der Bettwäsche.

          Liebe Grüße

          Elina

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