INTERVIEWS LIFE

BEAUTY INSIDER: Im Gespräch mit Swantje von The Original Copy

5. Oktober 2015

Regelmäßig versuche ich coole Mädchen, die sich mit dem Thema Kosmetik, Pflege oder Haare beschäftigen, für ein Beauty-Interview vor meine Kamera zu ziehen um ihnen ihre Tipps für euch und natürlich mich zu entlocken. Diesmal habe ich Swantje Bernsmann vom Blog The Original Copy ausgequetscht. Swantje arbeitete unteranderem bei der Cosmopolitan in der Beauty-Redaktion bevor sie Anfang des Jahres ihren Beautyblog launchte. Sie ist zwar keine ausgebildete Make-Up Artist, hat sich aber durch die redaktionelle Arbeit mit und über Kosmetikprodukten einige Beuaty-Know-Hows angeeignet und berichtet nun auf ihrem Blog mit einer guten Portion Humor über die neusten Trends, Nagellack und eigene Beauty-Looks. Heute steht sie mir Rede und Antwort. Bereit? Los geht’s!

Du hast ja bereits für einige Magazine als Beauty-Redakteurin gearbeitet. Woher kommt die Liebe zur Kosmetik? Und was macht den Job als Beauty-Redakteurin so besonders?
Ehrlich gesagt bin ich mir meiner Liebe zur Kosmetik erst ziemlich spät bewusst geworden. Während ich mich nämlich eigentlich immer mehr für Mode interessiert habe und diese Leidenschaft durch eine gezielte Ausbildung zur Modenäherin und ein sehr spezielles Studium (Mode- und Designmanagement) später zum Beruf machen wollte, ist mein Beautyherz völlig auf der Strecke geblieben. Erst als ich nach dem Studium zufällig ins Beauty-Team der Cosmopolitan gerutscht bin, wusste ich direkt: that’s it! Und so geht’s mir bis heute. Jedes Pressepäckchen, jeder Sephora oder Ricky’s Besuch und jede neue essie Farbe zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Das Schönste an meinem Job als Beauty-Redakteurin ist eigentlich, dass ich mich einerseits den ganzen Tag mit Dingen beschäftigen darf, die mir sowieso Freude bereiten und die mich wirklich interessieren, andererseits ist der Job durch Photoshootings, Pressereisen, Events und dem Schreiben selbst so abwechslungsreich, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, etwas anderes zu tun – wie zum Beispiel von Montag bis Freitag immer im gleichen Büro zu sitzen.

Wenn Du dir eine Beauty-Marke aussuchen könntest für die Du arbeiten könntest, welche wäre das?
Boah, da fragst du mich was. Das ist richtig schwer! Ich muss gestehen, dass ich zuerst an Yves Saint Laurent, Chanel oder Givenchy gedacht habe. Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, dürfte ich dort wahrscheinlich nur Dinge ausführen, die Kreativdirektoren oder andere wichtige Entscheidungsträger über mir bereits entschieden hätten. Daher würde ich mich für das momentan coolste aller Beautylabels entscheiden: Glossier. Ich teste momentan einige der Produkte und bin wirklich von den Socken, was für tolle Produkte sie lancieren. Der Perfecting Skin Tint, das ist das kleine Fläschchen mit dem großen G, sieht übrigens so schön aus, dass ich mir überlege ihm (dafür?) ein eigenes Beautyfach in meinem Badregal zu widmen.

Welche Beauty Brand hat deiner Meinung nach die beste Beauty-Kampagne ever gespielt? Und warum?
Ich würde sagen, dass ist Narciso Rodriguez Kampagne für seinen Duft „Her“. Die Anmutung, die Bildsprache, das Model, das Styling, die Farben, die Einfachheit: alles ist so zeitlos, dass die Kampagne sowohl vor fünf Jahren als auch 2025 funktioniert. Klassisch, cool und nicht überladen – genau mein Geschmack. Oder kennst du jemand, der sich von diesem Bild nicht angesprochen fühlt?

Stimmt, das ist wirklich einer der schönsten Kampagnen. Das Image tauchte sogar in meiner Designarbeit während meines Mode Design Studiums auf. Wirklich eine tolle Bildsprache und ein toller Look. Und was ist dein liebster Beauty-Look?
Aktuell wäre das eine Mischung aus Strobing und Contouring für einen frischen, glowy Teint mit soft betonten Augen inklusive dunkelgrüner Mascara, das wirkt super natürlich. Außerdem natürlich buschigen Augenbrauen und einem Hauch rosa auf den Lippen. Dazu würde ich dann filigrane, goldene Accessoires an Ohren und Händen kombinieren. On Top lockere Wellen oder einen tiefsitzenden Zopf, basta.

Welches ist für dich das beste Beauty-Produkt, das es je auf dem Markt gab?
Das kann ich nicht beantworten. Nein, das geht nicht. Mein Kopf verheddert sich schon beim drüber nachdenken.

Welchen Beauty-Trend sollten wir mitmachen und welchen sein lassen?
Multi-Masking ist eine wirklich schöne Sache, wie ich finde. Jede Gesichtszone mit einer speziellen Maske zu behandeln, kann doch nur Sinn machen, oder?! Jede Partie kann genau so versorgt werden, wie es die eigene Haut verlangt.
Rainbow-Hair, mikro Ponys und Kylie Jenner Lip Challenges kann man gerne skippen. Haare in allen Farben des Regenbogens sind doch auch langsam durch und kurze Haarfransen auf der Stirn können wahrscheinlich nur 0,1% aller Frauen tragen. Das ist so sehr vom Typ abhängig, dass ich generell sagen würde: Finger weg! Und zur Kylie Jenner Lip Challenge und so nem Kram muss ich glaube ich gar nicht mehr viel sagen, oder?!

Und welchen Beauty Trend hast Du mitgemacht und bereut?
Bereut habe ich eigentlich keinen Trend, die Langzeitfolgen von Platin-Haaren sind jedoch wirklich krass. Meine von Natur aus dunklen Haare so stark aufzuhellen und dann auch noch in einem schönen Blond-Ton immer wieder nachzufärben, zerstört wirklich jedes einzelne Haar. Irgendwann hatte ich nur noch abgebrochenes Haar auf dem Kopf, was sich wie Draht angefühlt hat. Das war eine harte Zeit, aber das Gefühl blond zu sein, will ich trotzdem nicht missen. Rückblickend war ich eben auch ein Jahr zu früh dran. Denn hätte es Olaplex damals schon gegeben, wäre die ganze Geschichte sicherlich anders ausgegangen.

Wie sieht Deine morgendliche Routine aus?
Wenn ich es nach dreimal Snoozen endlich aus dem Bett geschafft habe, springe ich unter die Dusche. Das Frischegefühl brauche ich einfach um in den Tag zu starten. Während Bodylotion oder Körperöl trocknen, schrubb ich mir schonmal mit einer Gesichtsreinigungsbürste durchs Gesicht. Ich verwende entweder die Bürste von Remington oder Clarisonic. Anschließend kommt ein Toner drauf, aktuell der Parsley Seed Anti-Oxidant Facial von Aesop, dann ein Serum wie zum Beispiel das Intensive Anti-Dark Spot Serum Splendieuse von Nuxe und eine Feuchtigkeitscreme. Gerade habe ich das 1-Month Youth Treatment von Guerlain begonnen, unter das ich ein paar Tropfen des Clarins Selbstbräuner-Konzentrats gebe. Und zum Schluss tupfe ich noch links und rechts Augencreme auf die sensiblen Partien darauf – da nehme ich aktuell die reichhaltige Augencreme Anti-Age Eye Cream von Muti. Kleine Fältchen rund um die Augen sind danach wie ausradiert und Concealer & Co. verschmelzen mit der Haut.

Wie bereitest Du jetzt deine Haut auf den Herbst vor?
Ehrlich gesagt mache ich da gar nichts. Ich ergreife Maßnahmen erst, wenn ich merke: genau da drückt jetzt der Schuh. Klar, Sonnencreme und Tagespflege mit besonders hohem Lichtschutzfaktor sind für sechs Monate im Schrank verschwunden, aber das war’s dann auch schon. Wenn man stundenlange Bäder und Körperpeelings zur „Herbstvorbereitung“ zählen kann, dann wäre das wohl meine Art der Vorsorge. Ich liebe es, in der Badewanne zu liegen und meinem Körper ein ordentliches Peeling zu verpassen. Sehr zu empfehlen sind da übrigens die Produkte der neuen The Body Shop Linie Oils of Life, die nicht nur durch ein neues, hübscheres Packaging auftrumpfen, sondern auch durch einen Duft, der einen mal eben in andere Sphären katapultiert.

Was ist dein Beauty “long time Favourite” und was deine neueste Entdeckung?
Mein „long time Favorite“ ist definitiv Soleil Tan de Chanel von Chanel und der Mono-Lidschatten in der Farbe Slate von Bobbi Brown. Beides funktioniert herrlich ohne Base, stark und dezent aufgetragen und ist einfach mit allen anderen Produkten kombinierbar. Die beiden sind meine Geheimwaffe für ein natürliches 1-Minuten-Make-up: etwas Chanel auf die Wangen und etwas Bobbi in die Lidfalte und voilà: you’re good to go.
Meine neueste Entdeckung ist, wie schon angesprochen, der Perfecting Skin Tint von Glossier. Wenn ich davon spreche, kann ich in meinen eigenen Augen die Herzchen hüpfen sehen, wie beim Emoticon. 🙂

Nachhaltige Produkte werden immer mehr zum Thema. Organic-Marken schießen wie die Pilze aus dem Boden. Wie stehst du zu dem Organic-Beauty-Trend? Und welche Produkte benutzt Du?
In letzter Zeit stehe ich immer mehr auf naturnahe oder komplette Naturkosmetik. Das liegt aber nicht am Trend „Naturkosmetik“, sondern daran, dass ich für mich endlich Marken gefunden habe, die Naturkosmetik schön verpacken. Kjaer Weis oder Ila Beauty zum Beispiel hatte ich lange nicht auf dem Schirm. Jetzt, wo ich die Marken besser kenne, bin ich Fan. Ich weiß nicht, ob es an meinem Alter oder am Trend „Naturkosmetik“ liegt, dass ich mich immer mehr mit Inhaltsstoffen und Hautunverträglichkeiten auseinandersetze, aber ich will mir einfach nicht mehr irgendein Chemiezeug ins Gesicht schmieren. Die Haut ist unser größtes Organ. Und wenn ich schon auf meine Ernährung und körperliche Fitness achte, wieso sollte ich dann hier aufhören? Auch bei mir war das ein schleichender Prozess in den letzten Jahren, der sich aber gerade in diesem Jahr immer mehr zugespitzt hat. Produkte wie das Blush von Kjaer Weis oder die Lacke von Intensae oder NCLA haben mich überzeugt und sogar meine Erwartungen weit übertroffen. Früher dachte ich immer: Naturkosmetik? Das kann doch nix! Aber da lag ich falsch: Naturkosmetik kann sehr wohl was – wenn nicht sogar mehr. Und seht doch mal, wie hübsch die sind!

Du hattest vor einiger Zeit noch einen blonden Schopf. Wie hast du deine blonden Haare gepflegt und war es eine Umstellung im Bereich Pflege für dich?
Richtig, ja. Bei einer derart krassen Blondierung schreien deine Haare nämlich förmlich nach Pflege und es blieb mir gar nichts anderes übrig, als meine gesamten Duschbuddies einmal auszutauschen. Auch nach dem Duschen war das eine regelrechte Produktschlacht: ohne Maske, Feuchtigkeitsserum, Öle und Hair Primer geht da gar nichts. Um ein schönes kühles Blond zu bekommen, habe ich immer mit Silbershampoo gewaschen. Vor allem die Produkte der Bed Head Dumb Blonde Serie von Tigi oder den Blonde Idol Custom-Tone Violet Conditioner von Redken kann ich hierfür empfehlen. Beim Letzteren lässt sich sogar die Silber- bzw. Blondstufe einstellen. Wenn meine Haare mal nach einer harten Ladung Pflege geschrien haben, habe ich zur Phytokératine Extrême Serie von Phyto gegriffen. Nach dem Verwenden fühlen sich die Haare super gestärkt an. An Wochenenden habe ich probiert, Masken, Masken und noch mehr Masken anzuwenden. Neben Phyto habe ich zum Beispiel die Hydrate-Me Masque von Kevin Murphy benutzt. Aber im Endeffekt war die Regel: alles was Pflegewirkung hat, einmal drauf auf den Schopf. Nach dem Duschen habe ich die Haare vorsichtig trocken geknetet. Finger weg von Föhn und Glätteeisen, die strapazieren die sowieso schon angeschlagenen Haare nur noch mehr. In das handtuchtrockene Haar habe ich dann immer noch etwas von der Phytokératine Extrême Creme, ein paar Tropfen Haaröl – zum Beispiel das Argan Moisturizing Elixir von Balmain, oder zwei Pumpstöße vom Perfectly Perfecting Wonder Balm von Percy & Reed gegeben.

Wo kaufst Du am liebsten Deine Beautysachen ein? Hast Du ein Lieblingslabel?
Ehrlich gesagt shoppe ich keine Kosmetik mehr. Bei den vielen Pressepäckchen ist das nicht mehr notwendig. Wenn ich aber unterwegs bin und es sich mir Produkte und coole Shops anbieten, in denen ich sonst nur über Umwege einkaufen kann, greife ich schon zu. Wie zum Beispiel letztens in New York. Dort gibt es eine Beautykette namens Ricky’s oder natürlich Sephora. Da plündere ich dann schonmal eben den Laden, weil ich Panik bekomme, etwas zu verpassen.

Hast Du einen absoluten Beautytipp, den Du weiter geben möchtest?
Mädels, schminkt euch ab, und zwar jeden Abend. Für alle, die vor dem ins Bett gehen zu faul sind, ein kleiner Supportgedanke: überlegt euch mal, was ihr mit euren Händen heute schon alles angefasst habt und was diese dann bei jeder Gesichtsberührung an Bakterien weitergegeben haben. Und das soll jetzt alles während ihr schlaft bei euch im Gesicht übernachten?

Und last but not least: Lippen oder Augen betonen?
Augen. Dann muss man beim trinken, essen, quasseln nicht immer drauf achten, dass auch ja nichts verrutscht ist.

Vielen Dank Swantje für das Interview. Sag, wann treffen wir uns auf einen Beauty-Drink?

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Julia 5. Oktober 2015 at 9:31

    Was für ein schönes Interview! Da verging die Bahnfahrt ja wie im nichts. Xx

    • Reply Elina 5. Oktober 2015 at 9:33

      Danke dir liebe Julia, freut mich dass es dir gefallen hat! So und nicht anders muss doch der Montag starten. 😉

    Leave a Reply